Ein Umzug nach Deutschland bringt viel Papierkram mit sich, und die Steuern schiebt man leicht auf. Die meisten Fehler, die wir sehen, sind nicht dramatisch, kosten aber jedes Jahr Geld. Hier sind die sieben häufigsten und wie du sie vermeidest.

1. Glauben, dass man keine Erklärung abgeben muss

Viele Angestellte müssen keine Steuererklärung abgeben und denken deshalb, dass es sich nie lohnt. Eine freiwillige Erklärung bringt aber oft Geld zurück, im Schnitt rund 1.000 €. Und in manchen Fällen ist sie Pflicht: zum Beispiel wenn du verheiratet bist und die Steuerklassen III und V hast, zwei Arbeitgeber gleichzeitig hattest oder mehr als 410 € Leistungen wie Elterngeld oder Arbeitslosengeld bekommen hast.

2. Die Frist für freiwillige Erklärungen verpassen

Wenn du keine Erklärung abgeben musst, kannst du sie trotzdem bis zu vier Jahre später einreichen. 2026 heißt das: die Steuerjahre 2022 bis 2025, wobei 2022 nur noch bis zum 31. Dezember 2026 geht. Danach ist die Erstattung für dieses Jahr verloren.

3. Die Umzugskosten nach Deutschland vergessen

Bist du für einen Job nach Deutschland gezogen, können viele Umzugskosten als Werbungskosten zählen: der Transport deiner Sachen, Reisekosten, vorübergehend doppelte Miete und eine Pauschale für kleinere Ausgaben. Bewahre Rechnungen und Tickets vom Umzug auf, auch wenn du erst ein Jahr später abgibst.

4. Den Arbeitsweg nicht angeben

Jeder Tag, an dem du zu deiner regelmäßigen Arbeitsstätte fährst, zählt, egal ob mit Auto, Fahrrad, Bahn oder zu Fuß. Ab 2026 kannst du 0,38 € pro Kilometer der einfachen Strecke ansetzen, ab dem ersten Kilometer. Bis 2025 waren es 0,30 € für die ersten 20 km und 0,38 € ab dem 21. Kilometer. Bei 220 Arbeitstagen und 15 km Arbeitsweg sind das für 2026 schon 1.254 €.

Zusammen mit deinen anderen Werbungskosten bringt der Arbeitsweg zusätzliches Geld, sobald die Summe über dem Pauschbetrag von 1.230 € liegt, den jeder Angestellte automatisch bekommt.

5. Bei der Anmeldung unbedacht eine Kirche angeben

Bei der Anmeldung deiner Adresse wirst du nach deiner Religion gefragt. Gibst du eine Kirche an, die in Deutschland Kirchensteuer erhebt, etwa die katholische oder evangelische Kirche, kommen 8 oder 9 % deiner Lohnsteuer obendrauf. Wenn du keine Kirchensteuer zahlen willst, musst du förmlich austreten (Kirchenaustritt), je nach Bundesland beim Standesamt oder beim Amtsgericht.

6. Nach der Hochzeit die falsche Steuerklasse behalten

Nach der Hochzeit kommen beide Partner automatisch in Steuerklasse IV. Das passt gut, wenn ihr ähnlich viel verdient. Verdient einer deutlich mehr, kann die Kombination III und V während des Jahres mehr Netto bringen, dann ist die Steuererklärung aber Pflicht. Die Steuerklasse kannst du über ELSTER oder beim Finanzamt wechseln.

7. Belege wegwerfen und Briefe ignorieren

Belege für Laptop, Arbeitskleidung, Weiterbildungen oder Steuerberatung sind der Nachweis für deine Abzüge. Heb sie auf, auch als Foto. Und öffne Briefe vom Finanzamt: Gegen einen Steuerbescheid kannst du nur innerhalb eines Monats Einspruch einlegen. Wenn du einen Brief nicht verstehst, hol dir Hilfe, bevor der Monat vorbei ist.

Die meisten Steuerfehler entstehen, weil man die Regeln nicht kennt, nicht aus Nachlässigkeit. Ein einmaliger Blick auf deine Situation reicht meist, um sie für die kommenden Jahre zu beheben.

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